Die Geschichte des Dorfes und der Hofmark Höhenrain |
Um
die Geschichte eines Hofes zu verstehen, muß man die Geschichte
des Dorfes und der Hofmark kennen lernen, um die Umwelt unser Altvorderen
zu begreifen. Mitte des 12.Jahrhunderts, 1127, 1147 und 1156 ist
das Ministerialengeschlecht des Ulrich von Hechenrhain im Gefolge
der Grafen von Valley nachgewiesen. Nach dem Aussterben der Grafen
von Valley erscheinen die Höhenrainer als Gefolgsmänner
der Wittelsbacher. Der Besitz der Herzöge von Bayern weist
im Herzogsurbar schon 1270/80 ein Beneficium auf, mit dem der Höhenrainer
belehnt war. Im 14. und 15. Jahrhundert waren die Ritter von Höhenrain
Pfleger und Richter zu Kling und Wasserburg, den zwei größten
Landgerichten der damaligen Zeit. Georg von Höhenrain wurde
Erbe der Waldecker zu Miesbach und konnte so erheblich an Macht
gewinnen. Ohne Erben ging der Besitz an seine Tochter, doch dann
folgen mehrfache Verkäufe. Schließlich erzwang Herzog
Wilhelm IV. von Bayern im Jahr 1538 die Übergabe der Hofmark
und verlieh sie 1544 an Georg von Taufkirchen mit Schloß und Hofmark, jedoch nur mit der niederen
Gerichtsbarkeit. Bis 1621 waren die Taufkirchner Hofmarksherren,
dann folgen die Grafen von Törring und später Graf Dietrich
Kiluen von BeIasy. Von 1720 bis 1742 kam die Hofmark in den Besitz
des reichen Johann Georg Messerer, churfürstl. Heereslieferant
und Direktor des gesamten Salz- und Bräuwesens in Bayern. Dessen
Erbe war dann Antonius Edler von Kern. Die Familie von Kern besaß
die Hofmark bis 1838, doch hatte sie alle Einnahmepfründe der
87 grundbaren Höfe und Anwesen durch die Staatsreform unter
Graf Montgelas verloren und gleichzeitig auch 1813 Patrimonailgerichtsbarkeit,
so daß der Besitz wegen völliger Verschuldung unter Verwaltung
(Admistration) gestellt werden mußte. Das Schloß mit seinen Besitzungen erwarb 1830 die Kurfürstin-Witwe
Leopoldine, später verheiratete Gräfm Arco. So kam es
im Erbgang an die Grafen Arco Zinneberg (ab 1848), die aber bereits
1857 weiter verkauften. Die Zerschlagung des riesigen Besitzes mit
453 Tagwerk Grund ging nun infolge wiederholten Besitzerwechsels
rasch vor sich. Damit beginnt aber auch für viele Höhenrainer
Anwesen erst die Möglichkeit Land zu erwerben. So entstehen
zahlreiche kleinere landwirtschaftliche Betriebe von Handwerkern
und Leerhäuslern. Quelle: In Höhenrain zu Hause von Helmut Loose 1994 |